Erzeugerpreise und Produktion leiden unter Exportsperre
Aufgrund des russischen Einfuhrverbotes für Schweinefleisch erwartet das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) in seiner aktuellen Prognose zum internationalen Fleischgeschäft spürbare Auswirkungen auf den EU-Schweinemarkt. Die Analysten gehen davon aus, dass durch den Verlust des wichtigsten Kunden das diesjährige Exportvolumen der EU im Vergleich zum Vorjahr um rund 10 % auf 2,0 Mio. t sinken könnte. Der eingeschränkte Drittlandsabsatz soll sich auch negativ auf die Erzeugerpreise für Schweine auswirken und einen leichten Rückgang der Produktion bewirken.
Aktuelle Prognosen der EU-Kommission gehen in die selbe Richtung. Danach entwickelten sich die Drittlandsexporte in den ersten beiden Monaten von 2014 gegenüber dem Vorjahreszeitrum um 9 % rückläufig, wofür der ab Ende Januar blockierte Zugang zum russischen Markt maßgeblich verantwortlich war. Südkorea, Japan, die Philippinen, die USA und einige afrikanische Staaten kauften zwar spürbar mehr Schweinefleisch in der Gemeinschaft, konnten die durch Russland entstandene Lücke aber nicht kompensieren. Insbesondere Polen und Deutschland waren von dieser Entwicklung negativ betroffen und büßten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rund ein Fünftel ihrer Drittlandsausfuhren ein.
Wie das USDA geht auch die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose davon aus, dass die Schweinefleischerzeugung in der Gemeinschaft 2014 moderat sinken wird, und zwar um 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Während das US-Ministerium hinsichtlich der Erzeugerpreisentwicklung nur allgemein von schwächeren Erzeugererlösen als im Jahr 2013 spricht, schätzen die nationalen Experten im Prognoseausschuss der Kommission den EU-Durchschnittspreis für Schlachtschweine in der Handelsklasse E im Jahresmittel 2014 auf 166,0 € je 100 kg Schlachtgewicht. Im Vergleich zum Spitzenpreisniveau des Vorjahres wären das rund 9,50 € bzw. 5,4 % weniger.
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