Westfleisch mit positiver Bilanz: Motor sind Export und Verarbeitung
Die Verantwortlichen des viertgrößten deutschen Schweineschlachters Westfleisch zogen bei seiner Generalversammlung in Münster eine positive Bilanz für das Jahr 2011.
Die Bilanzsumme der Westfleisch eG erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 20,7 % oder 54,0 Mio. Euro auf 315,5 Mio. Euro. Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe stieg auf über 2,2 Mrd. Euro (2010: 1,93 Mrd. Euro). Wachstumsmotor war nach Unternehmensangaben der Export und eine höhere Verarbeitungstiefe.
Insgesamt verkaufte Westfleisch 42 % seiner Fleischprodukte ins Ausland, im Jahr 2011 insgesamt 335.400 Tonnen. Der Westfleisch-Drittlandexport ist im vergangenen Jahr um 56 % gestiegen. Wachstumsmärkte lagen vor allem in Fernost und Osteuropa. Insgesamt beliefen sich die Schlachtzahlen 2011 auf erstmals 7,16 Mio. Schweine und Sauen, ein Plus von 8,9 % gegenüber dem Vorjahr. Im Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr erwartet Westfleisch für 2012 bei weltweit steigenden Schweinepreisen ein stabiles Exportgeschäft in Europa.
Tabelle mit den TOP 10 Schlachtunternehmen
Für die ISN wird an diesen Zahlen klar der Trend deutlich, der sich auch schon im ISN-Schlachthofranking abzeichnete: Die führenden Unternehmen der Branche investieren erheblich in Exportaktivitäten und in die Verarbeitungstiefe, also in die Zerlege-, Verarbeitungs- und Kühlkapazitäten. Insbesondere bei SB- und Convenience-Ware konnten diese Unternehmen deutlich zulegen.
Gerade der Export-Trend scheint zumindest aktuell erfolgversprechender zu sein, als die Erschließung neuer Marktsegmente im Inland, z.B. über Tierwohlprogramme o.ä. Im Geschäftsbericht der Westfleisch bezeichnet man in Bezug auf die Nebenproduktmärkte das „5. Viertel“ sogar als Ertragsreservoir der Branche. Ein Reservoir, an dem die Schweinehalter gerne teilhaben! Womit wir spätestens beim nächsten Maskenball wieder bei der Diskussion über den Handelswert wären. Die ISN bleibt natürlich dran!
Bron ISN

